Frauenanteil bei neubesetzten Führungspositionen nähert sich der 50%-Marke

EU-Kommissarin Viviane Reding kämpft seit langem für die Einführung einer Quote für Frauen. Ihr Ziel war es bis 2020 mindestens zu 40% Frauen in den Aufsichtsräten zu wissen. Doch diesen Vorsatz befürworten nur wenige Länder der EU. Bundesarbeitsministerin von der Leyen hat sich erst unlängst auf eine freiwillige 30%-Quote bis 2018 festgelegt.

Außerdem bekommt Redings Vorhaben durch eine bisher nicht publizierte Studie der Personalberatung Egon Zehnder International Gegenwind, die darauf schließen lässt, dass auch ohne gesetzliche Vorgabe die Geschlechterverteilung langsam ausgewogener wird. Dort heißt es nämlich: In Deutschland gingen derzeit fast 41% der zu besetzenden Führungspositionen an Frauen. Das sind sogar zehn Prozentpunkte mehr als im europäischen Durchschnitt. Spitzenreiter in Sachen Vorstands- und Aufsichtsratsposten an Frauen zu vergeben ist aktuell Frankreich mit 52,7%.

Zehn EU-Länder wehren sich in einem Brief an Manuel Barroso gegen Redings Vorschlag, der im Moment noch nicht einmal schriftlich vorliegt. Befürwortet wird von den Ländern eine natürliche Entwicklung und die sieht unter Berücksichtigung der derzeitigen Rekordeinstellung von Frauen in fünf Jahren derart aus, dass mindestens 25% der Führungsposten weiblich besetzt ist. Heutzutage sind es dann doch erst 12,8% in Deutschland und 15,6% in Europa.