Auch die Deutsche Bahn lässt Haftungsrisiken gegen ihre Aufsichtsratmitglieder prüfen

Auf seiner Sitzung im November 2012 beschloss der Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, trotz vorhandener D&O-Versicherung, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer zu beauftragen, das Ausmaß möglicher Haftungsansprüche gegen Geschäftsführung und Aufsichtsratsgremium durch den mehrfach verschobenen Eröffnungstermin abzuschätzen.

Ähnliche Überlegungen hatte nun, vermutlich angesichts eben jener Diskussionen rund um den Hauptstadtflughafen, auch der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG, nachdem mögliche Kostensteigerungen für S21, dieses Mal im Milliardenbereich, bekannt wurden. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung soll jetzt ebenfalls ein externes Rechtsgutachten mögliche Haftungsrisiken der 20 Aufsichtsräte bezüglich Stuttgart 21 aufdecken.

Vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren teils dramatisch angestiegenen Schadenquoten der D&O-Versicherer tut Vorsorge Not: Kaum ein Aufsichtsrat hat je die Bedingungen und regelmäßig sehr zahlreichen Ausschlusskriterien seiner D&O-Versicherung gelesen, je nach Sachlage ist so eine Police schnell nichts mehr wert. Nach Einschätzung eines Experten kommt es in 95% der D&O-Schadensfälle zu Rechtsstreitigkeiten mit dem Versicherer.