Ehemaliger EU-Kommissar Verheugen wird Aufseher beim Glückspielkonzern

Der Spielautomaten-Hersteller Löwen Entertainment, deutsche Tochter der österreichischen Novomatic AG, hat gleich zwei politische Prominente in seinen Aufsichtsrat berufen. Einer davon ist der ehemalige deutsche EU-Kommissar Günter Verheugen. Der frühere SPD-Politiker war von 1999 bis 2010 Mitglied der Europäischen Kommission. Einen weiteren politischen Spitzenkandidaten hat der Glücksspielkonzern mit dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in seinem Aufsichtsrat. Gusenbauer kommt, genau wie Verheugen, aus dem sozialdemokratischen Lager. Die Besetzung des Löwen Entertainments Aufsichtsrates mit Politikern hat Tradition, so ist z.B. in der Vergangenheit bereits der ehemalige Finanzminister Theo Weigel, CSU, sogar Vorsitzender des Aufsichtsrates gewesen.

Der niederösterreichische Glücksspielriese Novomatic zählt zu den drei führenden Anbietern von Spiel- und Unterhaltungsautomaten in Deutschland und hat im Vorjahr einen Gewinn von 194,3 Millionen Euro erzielt. Nun soll der Online- und Mobilspielmarkt ausgebaut werden, verriet der Vorstandschef Franz Wohlfahrt dem Standard. Lizenzen liegen dafür aber erst in Italien und in Schleswig-Holstein vor. Im klassischen Spielebereich konnte die Produktion von Automaten um 15 Prozent auf 70.000 erhöht werden. Von der EU-Seite kommen in den letzten Jahren immer wieder Versuche, die Glücksspielpolitik europaweit zu harmonieren, da dürfte Verheugens Expertise gefragt sein.

Löwen Entertainment ist eines von 34 Unternehmen, das bei der diesjährigen 4. Verleihung des „LogibD-geprüft“ Labels („Lohngleichheit im Betrieb – Deutschland“) ausgezeichnet wurde. Dieses steht für geringe Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen.