Mehr Geld für Aufsichtsräte: Millionengrenze geknackt

Die Aufsichtsratsvorsitzenden der DAX-Unternehmen konnten im vergangenen Jahr ihre Bezüge deutlich erhöhen. Der Tageszeitung Die Welt zufolge stiegen ihre Bezüge um durchschnittlich 10,4 Prozent im Vergleich zu 2011. Der Chefaufseher der Lufthansa Jürgen Weber, der kürzlich von Wolfgang Mayrhuber abgelöst wurde, konnte seine Bezüge sogar um 114 Prozent erhöhen. Topverdiener unter den Unternehmenskontrolleuren ist allerdings Ferdinand Piëch, der dem VW-Aufsichtsrat vorsteht. Er hat es als erster geschafft, die Millionengrenze zu überschreiten und konnte 2012 mit 1,1 Millionen 40 Prozent mehr Gehalt für sich verbuchen.

Der Vergütungstrend, der bereits seit 2006 anhält, liegt über der allgemeinen Lohnentwicklung und vor allem über dem Gewinnzuwachs der Konzerne. Dennoch konnten die deutschen Chefkontrolleure im europäischen Vergleich nicht spürbar aufholen. Hier liegen sie nur im Mittelfeld – hinter Frankreich, Großbritannien, Italien und der Schweiz.

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder, die auf der Hauptversammlung beschlossen wird, besteht in der Regel aus einem Grundgehalt und einer variablen Erfolgsbeteiligung. Um eine längerfristige Kopplung an den Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens zu erreichen, starten einige Unternehmen die Vergütung in Form von Aktien. So zum Beispiel Bayer, die Deutsche Bank, Linde oder RWE.