Ursula Piëch ist neue Aufseherin bei VW-Tochter Audi

Auf der 124. Hauptversammlung der Audi AG wurde Ursula Piëch vor wenigen Tagen in den Aufsichtsrat gewählt. Spätestens jetzt kann man sie als wohl einflussreichste Frau in der Automobilwelt bezeichnen. Schon mit ihrem Einzug in den VW Aufsichtsrat vor einem Jahr wurde der gelernten Kindergärtnerin eine wichtige Position in der männerdominierten Branche zuteil. Bedenken, vor allem in Bezug auf ihre Eignung, wurden schon damals laut. Diese konnte sie jedoch schnell ausräumen und überzeugt nicht zuletzt durch ihre charmante und offene Art. „Ursula Piëch setzt das, was wir von ihr kennen, im Aufsichtsrat um. Sie hat den Blick für die Standorte und die Beschäftigten im Konzern“, sagt Volkswagens Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Handelsblatt. Ihre Kür bei Audi wurde von vielen Medien nur als Formsache bezeichnet. da VW 99,5 Prozent der Anteile an der Premiummarke besitzt. Nun sitzen jeweils die gleichen Vertreter der Familien Piëch und Porsche in beiden Aufsichtsräten.

Die Ehefrau des Automobil-Patriarchen Ferdinand Piëch löst im Kontrollgremium der VW-Tochter Audi die ehemalige Chefin der niedersächsischen Staatskanzlei, Christine Hawighorst, ab. Das Land Niedersachsen, welches Großaktionär bei VW ist und knapp über 20 Prozent der Anteile hält, gibt damit sein Mandat im Audi-Aufsichtsrat ab. Niedersachsen beanspruche den Sitz nicht mehr, sagte der Audi-Sprecher. In den letzten Monaten gab es immer wieder Streit um das 53 Jahre alte sogenannte VW-Gesetz, welches der Politik einen gehörigen Einfluss in dem Automobilkonzern einräumt. Die Stimmrechte eines einzelnen Investors werden durch das Gesetz auf 20 Prozent begrenzt, auch wenn die Anteile höher sind. Für wichtige Beschlüsse wird eine 80 Prozent Mehrheit benötigt. Der staatliche Eigentümer Niedersachsen hat damit eine Sperrminorität inne.