Wolfgang Mayrhuber nun doch neuer Aufsichtsratschef von Lufthansa

Am 7. Mai 2013 fand die Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG in Köln statt, in dessen Verlauf die Neuwahlen der Anteilseignervertreter in den Aufsichtsrat durchgeführt wurden. In der anschließenden konstituierenden Sitzung des Kontrollgremiums wurde Wolfgang Mayrhuber zum Vorsitzenden des neugewählten Aufsichtsrats gewählt. Noch 24 Stunden vorher war er von seiner Kandidatur zurückgetreten, da er zu befürchten hatte nicht genügend Stimmen zu erhalten. Wenige Stunden später kehrte sich seine Meinung wieder um und er stellte sich doch zur Wahl.
Auslöser für die Verwirrung war offensichtlich die Empfehlung der Organisation Institutional Shareholder Service (ISS) – eine private Beratungsgesellschaft für institutionelle Investoren – Mayrhuber nicht in die Spitzenposition des Aufsichtsrates zu wählen. Als Grund führte der Aktionärsberater Mayrhubers zahlreiche andere Mandate an und seine nur zweijährige Distanz zum Chefposten des Konzerns. Bis September 2010 war er Vorstandsvorsitzender des Luftfahrtkonzerns. Laut Wirtschaftswoche beruhte diese Empfehlung jedoch auf einer Fehleinschätzung und Unkenntnis des deutschen Unternehmensrechts seitens ISS.
Ein Großteil der Aktionäre scheint dem früheren Unternehmenschef das Hin und Her übel genommen zu haben, so dass der Österreicher nur rund 63% der Stimmen auf seiner Seite hatte. Dennoch genug um in den Aufsichtsrat und anschließend in das Amt des Chefaufsehers zu gelangen, wobei er Jürgen Weber um seinen Posten beerbt hat. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden  Dr. Christoph Franz sprach sich dieser für den Kandidaten Mayrhuber aus, der bereits Aufsichtsratsmandate bei den DAX-Unternehmen Infineon, BMW und Münchener Rück innehat. Der neue Aufsichtsrat weist kapitalseitig eine Frau auf (Nicola Leibinger-Kammüller), sowie von der Arbeitnehmerseite fünf weibliche Mandatsträgerinnen.