Wer wird Chefaufseher des Berliner Chaosprojektes BER?

Noch immer unklar wann es losgeht. Nun braucht der BER einen neuen Chefaufseher.  (Quelle: Björn Rolle, Flughafen Berlin Brandenburg)

Noch immer ist unklar wann es losgeht. Nun braucht der BER einen neuen Chefaufseher. (Quelle: Björn Rolle, Flughafen Berlin Brandenburg)

Das Debakel um den Hauptstadtflughafen BER nimmt kein Ende. Mehr als ein Jahr nach der ursprünglich geplanten Fertigstellung ist immer noch keine Eröffnung in Sicht. Der Aufsichtsrat zieht daraus nun Konsequenzen und hat den im Januar beurlaubten Flughafenchef Rainer Schwarz fristlos entlassen. Gemeinsam mit dem früheren Technikchef Manfred Körtgen soll er auf Schadensersatz verklagt werden. Der Vorwurf: Sie haben den Aufsichtsrat nicht rechtzeitig darüber informiert, dass der geplante Eröffnungstermin – der 3. Juni letzten Jahres – unmöglich einzuhalten ist. Den Vorsitz der Geschäftsführung übernahm dann im März 2013 der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn.

Matthias Platzeck tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

Nicht nur in der Geschäftsführung, auch im Aufsichtsrat gibt man sich die Klinke die Hand. Ebenfalls im Januar dieses Jahres hatte sich Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg, an den Posten als Aufsichtsratschef des glücklosen Flughafenprojektes gewagt und damit den regierenden Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit abgelöst. Sein Ziel war es, so schnell wie möglich einen verlässlichen und erfolgreichen Fahrplan bis zur Flughafeneröffnung zu erarbeiten. „Dafür sind harte Entscheidungen und eine stärkere Kontrolle des Unternehmens durch den Aufsichtsrat nötig,“ bekundete er, dass er weiß, worauf er sich einlässt. Doch auch der SPD-Politiker hat es während seiner Amtszeit nicht geschafft, einen konkreten Termin zu nennen. Nun muss er aus gesundheitlichen Gründen von seinem Aufsichtsratsvorsitz zurück treten. Die Stelle ist also wieder vakant und es ist unklar wer es machen wird.

Nachfolger mit Fachkompetenz gesucht

Sein Nachfolger als Ministerpräsident, Dietmar Woidke, derzeitiger Innenminister von Brandenburg, möchte den Chefposten des Kontrollgremiums nicht haben. Er habe sich nicht mit dem Flughafen beschäftigt und bringe dementsprechend nicht die nötige Fachkompetenz mit. Mangelndes Fachwissen ist einer der häufigsten Kritikpunkte an deutschen Aufsichtsräten. Von Dietmar Woidke ist es also vermutlich eine weise Entscheidung, den Posten abzulehnen. Dafür wird nun der Ruf nach einem Experten aus der Wirtschaft laut. Für mehr Fachkompetenz im BER-Aufsichtsrat sprach sich unter anderem auch die FDP aus. „Wir brauchen hier einen unabhängigen Experten, der dies Vollzeit macht und keinen Politiker, der in Teilzeit nebenbei das Riesenprojekt BER überwachen will“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Oliver Luksic.

Auch über eine Rückkehr von Klaus Wowereit wird spekuliert. Dieser war bereits seit 2001 Chefaufseher bei der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, die dem BER-Projekt als Bauherr vorsteht. Der Forderung nach weniger Politik und mehr Fachkompetenz im Kontrollgremium würde man damit allerdings nicht nachkommen.

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