Women-on-Board-Index – Ernüchterndes Ergebnis nach 12 Jahren

Frauen in die Aufsichtsräte – diese Forderung ist gleichzeitig der Name des 2006 gegründeten Vereins FidAR e.V., der sich für die nachhaltige Erhöhung des Frauenanteils in deutschen Aufsichtsräten einsetzt. Auch in diesem Jahr hat die Initiative wieder den Women-on-Board-Index (WoB-Index) herausgegeben, der als Grundlage dient, um die Entwicklung des Frauenanteils in den Führungspositionen deutscher DAX-Unternehmen zu beurteilen.

women on board, wob-index (Grafik)

Der Anteil weiblicher Aufsichtsräte ist noch immer deutlich unter 20 Prozent. Betrachtet man nur die Anteilseignerseite sieht es noch sehr viel schlechter aus. Quelle: FidAR, WoB-Index 2013

Alle 160 börsennotierten Unternehmen – DAX, MDAX, SDAX, TecDAX – wurden zum Thema Frauen in Spitzenpositionen, also Aufsichtsrat und Vorstand befragt. Das Ergebnis ist laut FidAR ernüchternd. Ganze 12 Jahre nach der Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft, ohne Druck und Gesetze einen größeren Frauenenteil zu erzielen, liegt der kumulierte Anteil weiblicher Führungskräfte noch immer bei nur 11, 1 Prozent. Ein Zuwachs von 4,6 Prozent in den letzten zwei Jahren, seit Einführung des WoB-Index, ist den Initiatoren zu wenig, die 20, 30 oder gar 40 Prozent noch in viel zu weiter Ferne. Auch dass die Forderung nach mehr Vielfalt in den Vorständen und Aufsichtsräten bereits vor vier Jahren in den Corporate Governance Kodex aufgenommen wurde, hat offensichtlich nicht ausreichend Wirkung gezeigt.

Immerhin sinkt die Zahl der Unternehmen, die auf oberster Ebene komplett frauenlos sind, kontinuierlich. Nur noch 38 haben keine Frau in Spitzenposition – 2011 waren es noch 74. Und bereits 21 DAX-Konzerne haben es geschafft, die 20 Prozent-Marke zu knacken. Grund zur Freude? Eher nicht, sagen die Verfasser des Dokuments. Die Analyse hat gezeigt, dass nur ein Fünftel der im Jahr 2012 nominierten Aufsichtsräte weiblich waren. Zu wenig, um den tatsächlichen Anteil an Frauen im Kontrollgremium signifikant zu erhöhen. Schaut man sich nur die Anteilseignerseite an, wird das Problem noch deutlicher: nur gut 12 Prozent der Aufseher sind dort weiblich.

Bei den Vorständen sieht es erwartungsgemäß noch schlechter aus. Auf nicht einmal 6 Prozent Frauenanteil kommt das Top-Management durchschnittlich. Am vorbildlichsten sind die DAX-30-Unternehmen mit knapp 8 Prozent.