Archiv für den Monat: September 2013

Monika Schulz-Strelow: Ziel ist nicht die Erfüllung der Quote, sondern die Veränderung in der Unternehmenskultur

Im Interview mit aufsichtsrat-welt.de erklärt Monika Schulz-Strelow, Unternehmerin, Lobbyistin und Präsidentin von FidAR, warum Frauen und Männer gleichermaßen für ein Aufsichtsratsmandat qualifiziert sind. Und warum wir trotzdem beim Thema Frauen in Spitzenpositionen noch einen sehr langen Weg vor uns haben.

Wie sehen Sie diSchulz-Strelow_Monikae Diskussion, dass durch die Quote eventuell Frauen in Spitzenpositionen kommen, für die dieser Schritt vielleicht zu früh kommt?

Monika Schulz-Strelow: Wenn Frauen für Aufsichtsratspositionen ausgewählt werden – auf die Aufsichtsratsebene konzentriert sich die Arbeit von FidAR  – haben wir eigentlich nicht die Erfahrung gemacht, dass unerfahrene Frauen überhaupt auf der Liste der Ausgewählten gestanden haben. Die Frauen, die da ausgewählt wurden, verfügten über entsprechende Erfahrungen. Wir betonen immer, es geht letztendlich nicht um die Quote. Sondern die Quote ist ein Instrument, damit mehr Frauen in Führungspositionen und vor allem in Gremiumspositionen kommen. Und gleichermaßen setzen wir voraus, dass die Frauen, die dafür befähigt sind, auch die entsprechenden Erfahrungen mitbringen. Vielleicht nicht unbedingt Gremiumserfahrung, aber zumindest sollten sie, wenn sie in Unternehmen tätig sind, Geschäftsführungserfahrung oder Ähnliches mitbringen. Aufsichtsratsarbeit läuft nochmals nach ganz anderen Kriterien ab, Gremienarbeit basiert auf gemeinschaftlichen Entscheidungen. Wichtig ist dabei die Kontrollfunktion des Vorstands, aber immer mehr – und das müssten Sie ja bei Unternehmenskäufen und -verkäufen beobachten – sind Unternehmensstrategieerfahrungen gefragt.

Das heißt, die Quote ist gar nicht ihr primäres Ziel?

Monika Schulz-Strelow: Nein, die Quote ist ein wirkungsvolles Instrument. Weil Freiwilligkeit, auf die wir die ersten Jahre als FidAR gesetzt haben, und viele andere auch – also diese freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft, die die Verbände mit der Politik 2001 eingegangen sind – keinerlei Veränderung gebracht hat. Veränderung kommt leider, zumindest in vielen Strukturen, nur über Druck zustande. Weiterlesen

Corporate Governance: Arbeitserleichterung für Aufsichtsrat und Vorstand

Gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung, gerade für börsennotierte Unternehmen, die sich im Fokus internationaler Investoren befinden, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dem Aufsichtsrat wird immer mehr Verantwortung zugetragen, wodurch der Anspruch an die Kompetenzen der Aufsichtsräte steigt. Um den Unternehmen einen Leitfaden zur Verfügung zu stellen, welche nationalen und internationalen Standards bei der Unternehmensführung eingehalten werden sollten, wurde der Deutsche Corporate Governance Kodex entwickelt. Er soll außerdem die Transparenz für in- und ausländische Investoren erhöhen.

Checkliste für die gute Unternehmensführung

Der Kodex enthält Empfehlungen – diese sind mit dem Wort „soll“ gekennzeichnet – und Anregungen, die durch den Begriff „sollte“ kenntlich gemacht sind. Nach dem Prinzip „comply or explain“ müssen die Unternehmen, die einer Empfehlung nicht nachkommen, dies offenlegen und begründen, warum sie abweichen. Für Anregungen gilt dies nicht. Dieses komplexe System im Auge zu behalten, ist für Manager und Kontrolleure eine zusätzliche Belastung. CMS Hasche Sigle, ein Verbund aus Steuerberatern und Anwälten hat zu diesem Zweck eine Checkliste zum Deutschen Corporate Governance Kodex herausgegeben. Weiterlesen