Vergütung und Verantwortung der Aufsichtsräte stark gestiegen

Paul Achleitner gehört zu den Spitzenverdinern unter den Chefkontrolleuren. (Bild: deutsche-bank.de)

Paul Achleitner gehört zu den Spitzenverdinern unter den Chefkontrolleuren. (Bild: deutsche-bank.de)

Die deutschen Aufseher konnten in den letzten zehn Jahren einen deutlichen Gehaltszuwachs verzeichnen. Etwa doppelt so viel wie noch vor 10 Jahren verdienten sie im Jahr 2013. Das liegt deutlich über der Inflation beziehungsweise einer „normalen“ Gehaltssteigerung. Grund dafür ist die steigende Verantwortung der Aufsichtsräte und die Ausweitung ihres Einflusses. Sie bringen sich immer stärker in die Konzernführung mit ein und stellen ihre Kompetenzen dem Vorstand zur Verfügung – anstatt diesen nur zu überwachen.

Die Anforderungen an einen guten Unternehmenskontrolleur steigen damit kontinuierlich, entsprechend auch seine beziehungsweise ihre Vergütung. Manfred Genz , der Vorsitzende der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hält die Trennung von Aufsichtsrat und Vorstand für „faktisch überholt“.

Deutschland nur im europäischen Mittelfeld

Spitzenverdiener unter den Kontrolleuren ist nach wie vor VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der im Vorjahr die Millionengrenze geknackt hatte. Obwohl er den zweiten Platz unter den bestbezahltesten Chefkontrolleuren belegt, bekommt Paul Achleitner bei der Deutschen Bank nur etwa halb soviel.

Insgesamt liegt Deutschland damit nur leicht über dem europäischen Mittel. Am meisten lassen sich die Schweizer ihre Verwaltungsratsmitglieder kosten – ein Vergleich, der allerdings etwas hinkt, da es dort tatsächlich keine Trennung zwischen Exekutivorgan und Kontrollinstanz gibt. Bei den Verwaltungsratsmitgliedern liegt damit auch die Verantwortung für das operative Geschäft. Absolutes Schlusslicht in Europa ist Österreich. Hier bekommt ein Vorsitzender gerade mal 50.000 Euro, ein Aufsichtsratsmitglied etwa 20.000 Euro.