Archiv für den Monat: November 2014

Aufsichtsrats-Score 2014

Die Kompetenz der DAX-Aufsichtsräte steht aufgrund der großen Verantwortung dieses Gremiums immer wieder im „Rampenlicht“ und wird viel diskutiert. Dass es vorangeht mit der Professionalisierung der Aufsichtsräte ist also eine gute Nachricht. Die Sitzungsfrequenz mit etwa 6 Sitzungen im Jahr ist gleichbleibend hoch und der durchschnittliche Aufsichtsrat bildet 4 Ausschüsse, um die Arbeit zu intensivieren.

Professor Peter Ruhwedel vom Deutschen Institut für Effizienzprüfung hat in diesem Jahr zum vierten Mal die Studie Aufsichtsrats-Score herausgegeben, die unter anderem diese Ergebnisse hervorgebracht hat. Bewertet wurden für die Studie die Arbeitsweise des Aufsichtsrates, die Eignung der Mitglieder, die Transparenz sowie die Diversität. Für die Gesamtauswertung wurde die Arbeitsweise am stärksten gewichtet (40 Prozent). Die Diversität der Kontrollgremien sowie die Eignung ihrer Mitglieder fielen mit jeweils 15 Prozent weniger ins Gewicht.

Aufsichtsrat in der Krise besonders aktiv

Ein spannendes Ergebnis der Studie: offenbar nimmt die Performance eines Aufsichtsrates in Krisensituationen stark zu. Das zeigt sich hauptsächlich an der Deutschen Bank, deren Kontrollgremium von Paul Achleitner geführt wird und laut der Studie von Peter Ruhwedel aktuell die beste Aufsichtsratarbeit leistet. Weiterlesen

Der Fall Middelhoff – was kann man daraus lernen?

Topmanager und Vorstände stehen in der breiten Öffentlichkeit häufig in der Kritik, da sie angeblich zu viel verdienen, während der normale Angestellte nur ein hundertstel in der Lohntüte hat und die eigentliche Arbeit macht. Als knallhart bis rücksichtslos werden sie oft betrachtet, während sie für sich selbst nur den Profit und den Vorteil sehen. Dass eine enorme Verantwortung und ein erhebliches Risiko hinter dieser Aufgabe stecken, wird dabei nicht immer anerkannt.

Thomas Middelhoff war erfolgreicher Manager von Bertelsmann und Arcandor. Hier beim World Economic Froum.

Spitzenmanager können für ihr Unternehmen viel erreichen – an ihrer Selbstüberschätzung aber auch scheitern.

Wer in der Öffentlichkeit steht, hat dieser gegenüber auch eine gewisse Verantwortung. Vorstände großer Unternehmen gehören definitiv dazu. Und da die Öffentlichkeit bereits ein Bild des „raffgierigen Managers“ im Kopf hat, ist hier eigentlich besondere Vorsicht im Umgang mit der Treue geboten. Trotzdem gibt es immer wieder Fälle, die Öl ins Feuer gießen. Im Fall Thomas Middelhoff war es wohl gleich eine ganze Kanne. Weiterlesen

BMW-Vorstandsvorsitzender soll Siemens-Aufsichtsrat verstärken

Bei Siemens ist in puncto Personal auf der Managementebene eigentlich immer etwas los. Die zwei ersten Frauen im Vorstand – Barbara Kux und Brigitte Ederer – mussten den Konzern nach relativ kurzer Zeit wieder verlassen. Im vergangenen Jahr musste ebenso der Vorstandschef Peter Löscher die Koffer packen und in diesem Zusammenhang war auch die weitere Zusammenarbeit mit Chefaufseher Gerhard Cromme in Gefahr.

Nun ist gerade ein bisschen Ruhe eingekehrt, da wird über eine teilweise Neubesetzung des Kontrollgremiums nachgedacht. Der 20köpfige Aufsichtsrat unter der Leitung von Gerhard Cromme soll im nächsten Jahr Verstärkung durch den BMW Vorstandsvorsitzenden Norbert Reithofer bekommen. Im Januar 2015 wird er sich auf der Siemens-Hauptversammlung in München zur Wahl stellen. Er wird auch als idealer Kandidat für die Nachfolge des ehemaligen ThyssenKrupp Managers Cromme angesehen. Das kommt für ihn aber bisher nicht in Frage. Eine mögliche Alternativkandidatin ist Nathalie von Siemens, Ururenkelin des Unternehmensgründers und Vorsitzende der Siemens-Stiftung. Weiterlesen

Wer verdient wieviel bei den Aufsichtsratsvorsitzenden

Wolfgang Büchele, der ehemalige BASF-Manager, ist seit Mai Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Merck. (Bild: merck.de)

Wolfgang Büchele, der ehemalige BASF-Manager, ist seit Mai Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Merck. (Bild: merck.de)

Es ist nicht überraschend, dass die Bezüge der deutschen DAX30-Aufsichtsratsvorsitzenden in diesem Jahr wieder leicht angestiegen sind – im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 4 Prozent. Auch dass der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch Topverdiener unter allen Chefkontrolleuren ist, war zu erwarten. Als erster hatte er es 2012 geschafft, die Millionengrenze zu überwinden. Für 2014 kann er sich über 1,2 Millionen Euro freuen. Im Vergleich dazu gehen gerade einmal 97.800 Euro an den Chefaufseher des Pharmakonzerns Merck. Wolfgang Büchele ist allerdings auch erst seit Mai 2014 Aufsichtsratschef von Merck.

Im europäischen Vergleich liegen die deutschen Kontrolleure mit ihren Bezügen gerade einmal knapp über dem Durchschnitt. Am besten werden die Chefkontrolleure in der Schweiz bezahlt mit durchschnittlich über einer Millionen Euro (Stand 2012) – gefolgt von Italien und Großbritannien. Weiterlesen