BMW-Vorstandsvorsitzender soll Siemens-Aufsichtsrat verstärken

Bei Siemens ist in puncto Personal auf der Managementebene eigentlich immer etwas los. Die zwei ersten Frauen im Vorstand – Barbara Kux und Brigitte Ederer – mussten den Konzern nach relativ kurzer Zeit wieder verlassen. Im vergangenen Jahr musste ebenso der Vorstandschef Peter Löscher die Koffer packen und in diesem Zusammenhang war auch die weitere Zusammenarbeit mit Chefaufseher Gerhard Cromme in Gefahr.

Nun ist gerade ein bisschen Ruhe eingekehrt, da wird über eine teilweise Neubesetzung des Kontrollgremiums nachgedacht. Der 20köpfige Aufsichtsrat unter der Leitung von Gerhard Cromme soll im nächsten Jahr Verstärkung durch den BMW Vorstandsvorsitzenden Norbert Reithofer bekommen. Im Januar 2015 wird er sich auf der Siemens-Hauptversammlung in München zur Wahl stellen. Er wird auch als idealer Kandidat für die Nachfolge des ehemaligen ThyssenKrupp Managers Cromme angesehen. Das kommt für ihn aber bisher nicht in Frage. Eine mögliche Alternativkandidatin ist Nathalie von Siemens, Ururenkelin des Unternehmensgründers und Vorsitzende der Siemens-Stiftung.

Aufsichtsratserfahrung hat der BMW-Chef bisher wenig, der Vorsitz eines der wichtigsten deutschen Automobilhersteller dürfte auch ein ziemlich zeitfüllender Job sein. Aber da BWM-Manager mit 60 Jahren, auf Antrag mit 62, im Unternehmen aufhören, hat der 58jährige Reithofer ab 2016 die Möglichkeit, sich voll und ganz auf seinen potentiellen Aufsichtsratsposten zu konzentrieren. Und für den bringt er eine Qualifikation mit, deren Abwesenheit im Aufsichtsrat des Technologiekonzerns häufiger kritisiert wird: er ist Ingenieur. Auch Juristen und Betriebswirte werden in den Kontrollgremien gebraucht. Dass sie aber meist den größeren Teil der Aufseher stellen, wird gerade in technolgieorientierten Unternehmen immer wieder bemängelt.

Da alle 10 kapitalseitigen Aufsichtsratsmitglieder bis 2018 gewählt sind, muss für den Fall, dass Reithofer im Januar in den Aufsichtsrat berufen wird, ein anderes Mitglied frühzeitig ausscheiden.