Beschlossene Sache: Ab 2016 mindestens 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten

Lange wurde diskutiert, abgewägt, verworfen und wieder neu aufgegriffen. Seit vergangener Woche ist es nun amtlich, dass ab 2016 alle neu zu besetzenden Aufsichtsratsposten mit mindestens 30 Prozent Frauen besetzen zu sind. Der Gesetzesentwurf von Bundesministerin Manuela Schwesig und dem Justizminister Heike Maas (beide SPD) konnte im Kabinett durchgesetzt werden.

Im Vergleich zu den Vorständen sind die Aufsichtsräte der betroffenen Unternehmen bereits ganz gut aufgestellt. Aber mit durchschnittlich etwa 17 Prozent Frauen von den geforderten 30 noch immer ein Stück entfernt. In die Pflicht genommen werden börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen – in Deutschland 108 an der Zahl. Alle anderen börsennotierten Firmen müssen selbstverpflichtende Angaben darüber machen, wie sie den Frauenanteil aktiv erhöhen möchten. Die Managementberatung Kienbaum errechnete bereits vor einem Jahr, dass zur Quotenerfüllung 99 zusätzliche Kandidatinnen für die Aufsichtsräte gesucht werden.

Siemens bereitet sich unterdessen schon frühzeitig auf das Inkrafttreten der Frauenquote vor und stellt mit Birgit Steinborn eine Frau an die Spitze des Kontrollgremiums. Die Chefin des Gesamtbetriebsrates von Siemens wird nach der Hauptversammlung im Januar neben Gerhard Cromme den Aufsichtsrat als Stellvertretende Vorsitzende mit anführen. Weitere weibliche Unterstützung bekommen die Aufseher des Technologiekonzerns durch die Ur-Ur-Enkelin des Gründers Nathalie von Siemens.