Nicht nur Geschlecht, auch Alter sollte diskutiert werden

Seit Jahren wird darüber geredet, dass deutsche Aufsichtsräte mehr Frauen benötigen. Die meisten Gremien sind Herrenclubs. Altherrenclubs. Denn es fehlt nicht nur an Weiblichkeit sondern auch an Jugendlichkeit bei den Kontrolleuren.

Um gut arbeiten zu können und alle Kompetenzbereiche abzudecken, sollte ein Aufsichtsrat gut durchmischt sein. In großen Unternehmen sind nicht umsonst 20 Posten für die Unternehmenskontrolleure vorgesehen. Das bietet Raum sowohl für fachliche als auch für kulturelle Diversität. Aber die meisten Kontrollgremien sind weder in Bezug auf das Geschlecht noch auf die Nationalität ihrer Mitglieder besonders divers. Und auch nicht, was das Alter betrifft.

Alter bringt natürlich auch Erfahrung und Wissen mit sich, auf das kein Unternehmen verzichten sollte. Daher sollte eine Altersgrenze für Aufseher auf keinen Fall die Lösung sein. Vielmehr sollte man darauf achten, dass für vakante Posten auch ein jüngerer Aufsichtsrat in Betracht gezogen wird. Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex zieht auch eine Begrenzung der Amtszeit in Betracht. So könnte es sich niemand in einem Unternehmen allzu gemütlich machen.

Es gibt Aufsichtsräte, in denen findet sich keine einzige Frau. Ebenso wird häufig kritisiert, dass es zu wenige Mitglieder mit einschlägiger Branchenerfahrung und Auslandserfahrung gibt. Im Wesentlichen ist der durchschnittliche Aufsichtsrat deutsch und 61,4 Jahre alt. Das ist alles kein Problem, im Moment. Im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen kann ein bisschen frischer Wind allerdings nicht schaden. Aufsichtsräte, die im internationalen und digitalen Zeitalter aufgewachsen sind, könnten dafür sorgen, dass der ein oder andere Zukunftstrend nicht verpasst wird.