Ein Viertel aller Unternehmen erfüllen bereits die Quote

In den börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland erfüllen bisher ein Viertel die für 2016 festgesetzte Frauenquote von 30 Prozent weiblichen Aufsichtsräten. Das zeigt der kürzlich veröffentlichte „Women-on-Board-Index“ – eine Studie der Vereinigung FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte e.V.. Erst ein Viertel oder schon ein Viertel – das ist natürlich eine Frage des Blickwinkels. Und bis 2016 ist ja auch noch ein bisschen Zeit.

Angestellte im Krankenhaus-Konzern Fresenius.

Bei Fresenius ist über die Hälfte der Belegschaft weiblich – keine Frau hat es jedoch bisher in die Chefetage geschafft. (Quelle: fresenius.de)

Insgesamt 101 Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern sind von der strengen Quotenregelung betroffen. Unter ihnen befinden sich noch immer große Firmen, die keine einzige Frau in ihrem Aufsichtsrat haben, wie zum Beispiel Fresenius oder Porsche. Im Vorstand wird man hier erst recht nicht fündig. Gerade beim Krankenhauskonzern Fresenius mit zwei Dritteln weiblicher Mitarbeiter ist das ein bisschen verwunderlich. Dafür gibt es Unternehmen wie Henkel, die die Quote bereits übererfüllt haben und man mit 43 Prozent Frauen ein fast ausgeglichenes Geschlechterverhältnis im Aufsichtsrat vorfindet.

Das sind Zahlen, von denen man bezogen auf die Vorstandsetagen nur träumen kann. Hier findet man gerade einmal 4,8 Prozent Frauen bei den 101 börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen. Für Vorstände wird es vermutlich so schnell auch keine gesetzlich festgelegte Quote geben. Aber das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen sieht ebenfalls ab 2016 vor, dass sich jedes größere Unternehmen eine eigene Zielgröße festsetzen muss für den Frauenanteil in Vorstand, Aufsichtsrat und der oberste Management-Ebene. Insgesamt betrifft die Zielgrößenvereinbarung rund 3500 mitbestimmungspflichtige Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern.