Archiv für den Monat: Juli 2015

Nun doch! Michael Müller ist Chef des BER Aufsichtsrates

Der Flughafen BER – schon lange kein Vorzeigeprojekt der Länder Berlin und Brandenburg mehr – hat einen neuen Aufsichtsratschef. Der amtierende Berliner Bürgermeister Michael Müller hat seinen Vorgänger Klaus Wowereit nicht nur im Roten Rathaus abgelöst, sondern auch als Chefaufseher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB).

Berlins amtierender Bürgermeister Michael Müller

Irgendjemand muss es machen: Berlins amtierender Bürgermeister Michael Müller übernimmt Chefaufseher-Posten beim Flughafen BER. (Bild: SPD / nicole-maskus.de)

Was Politiker für einen Posten als Aufsichtsrat qualifiziert, fragt man sich häufiger. Bei öffentlichen Unternehmen ist es allerdings etwas schwierig, geeignete Aufseher zu finden, die Branchenerfahrung mitbringen und Ahnung von Finanzen und Großprojekten haben. Denn die Aufwandsentschädigung als Aufsichtsrat etwa beim Großflughafen BER ist nicht zu vergleichen mit der Vergütung als Aufsehen beispielsweise einem DAX30 Unternehmen – auch nicht für den Chef. Spitzenpolitiker haben allerding in der Regel gar nicht die nötige Zeit zur Verfügung, sich in die relevanten Themen eines so umfassenden Projektes reinzuarbeiten, um die Geschäftsführung kompetent überwachen zu können. Und bei Michael Müller fragt man sich – ähnlich wie seiner Zeit bei Klaus Wowereit – welche Erfahrungen mit einem ähnlichen Projekt bringt er mit, die ihn auf diese Aufgabe vorbereitet haben.

Und der selbst scheint es auch zu ahnen, dass er vielleicht überfordert sein wird mit dem Posten. Noch im Februar hatte über den kompletten Rückzug aus dem Aufsichtsrat des BER nachgedacht – von der Übernahme des Chefpostens ganz zu schweigen. Nun konnte er sich dem Druck doch nicht widersetzen, denn angeblich findet sich niemand, der es machen möchte. Schaut man sich die ganze Pleite mit dem Flughafenprojekt an, fällt es auch gar nicht so schwer, das zu glauben.

Aufsichtsräte werden weiblicher

Spätestens mit Beschluss der Frauenquote ab 2016 sind die Aufsichtsräte deutscher Großunternehmen auf der Suche nach weiblicher Unterstützung. Und nicht nur die DAX 30, die natürlich immer als erstes im Fokus der Öffentlichkeit stehen, sondern auch  – oder gerade – alle anderen ziehen gefühlt irgendwie mit. Immerhin durchschnittlich 17 Prozent aller Aufseher in Deutschland sind bereits Frauen. Von Vorständen spricht man in diesem Zusammenhang nach wie vor lieber nicht.

Erste Frau für Kontrollgremium der Volksbank Mönchengladbach

Die Bankenbranche gilt als eine der schwierigsten für Frauen, wenn es um Führungsposten geht. Obwohl weit mehr als die Hälfte der Angestellten weiblich sind, kommen nur wenige Frauen in den Top-Positionen an. Banken wie die KfW, die gleich zwei weibliche Vorstandsmitglieder haben, sind die absolute Seltenheit. Aber es geht voran, vor allem in den Aufsichtsräten werden immer häufiger vakante Posten mit Frauen besetzt. So hat die Volksbank Mönchengladbach zu Beginn der Woche auf der Vertreterversammlung erstmals mit Sabine Fischer eine Frau in Ihren Aufsichtsrat berufen.

Frauenpower für die FAZ

Auch die Medienbranche ist nicht gerade dafür bekannt, besonders viele Frauen in Führungspositionen zu haben. Weiterlesen