Der Prüfungsausschuss

Vor allem börsennotierte Unternehmen unterliegen vielen Regularien, was das Aufgabengebiet des Aufsichtsrates erhöht. Die Aufsichtsräte dieser Unternehmen zählen meist viele Mitglieder – 21 dürfen es bei einem Grundkapital von mehr als 10 Mio. Euro laut Aktiengesetz maximal sein – wodurch es mitunter wenig produktiv ist, alle Themen immer im gesamten Gremium zu diskutieren. Es macht daher Sinn, die Arbeit aufzuteilen. Das entlastet das Gesamtgremium und ermöglicht es den im Aufsichtsrat vertretenen Experten in Teilgremien zielorientiert und effizient zu arbeiten. Daher wird auch vom Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) empfohlen, „fachlich qualifizierte Ausschüsse“ zu bilden. Die Berichterstattung der Ausschussarbeit erfolgt über den Ausschussvorsitzenden an den Aufsichtsrat.

Der Prüfungsausschuss soll die Effizienz steigern

Der Prüfungsausschuss – oder auch Audit Committee – stellt einen der wichtigsten Ausschüsse dar. Er findet auch im DCGK besondere Beachtung, indem seine Aufgaben explizit aufgeführt werden. Weiterhin wird noch dem Nominierungsausschuss ein Kapitel gewidmet. Alle weiteren möglichen Spezialausschüsse werden nicht erwähnt, da ihre Einrichtung stark von den Gegebenheiten und Anforderungen des jeweiligen Unternehmens abhängt. Ob und in welcher Form ein Prüfungsausschuss gebildet wird, obliegt alleinig dem Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung hat hierauf keinen Einfluss. Aufgrund der weitreichenden Fortentwicklung der Corporate Governance bilden allerdings immer mehr deutsche Unternehmen einen Prüfungsausschuss, hat die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers festgestellt. In ihrer Publikation Der Prüfungsausschuss heißt es, ein Prüfungsausschuss sollte eingerichtet werden, wenn dadurch die Effizienz der Aufsichtsratsarbeit gesteigert wird. Ob ein Prüfungsausschuss zur Effizienzsteigerung beiträgt, muss von dem jeweiligen Aufsichtsrat selbst eingeschätzt werden. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Bestellung eines Ausschusses natürlich auch die Komplexität und den Aufwand der Überwachungsarbeit erhöht. Der durch die Ausschussarbeit entstehende erhöhte Aufwand muss sich außerdem in der Vergütung der jeweiligen Mitglieder niederschlagen, heißt es im DCGK. Ob der Prüfungsausschuss nur vorbereitende Arbeit leisten soll oder selbst entscheidungsbefugt ist, muss ebenfalls festgelegt werden.

Typische Aufgaben, die an den Prüfungsausschuss ausgelagert werden, sind die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Weiterhin gehört die Abschlussprüfung dazu, hier insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Sofern dafür kein gesonderter Ausschuss eingerichtet wird, kann auch die Überwachung der Compliance dazu gehören. Die Aufgabenfelder lassen erahnen, welche Qualifikation ein Mitglied des Prüfungsausschuss mitbringen sollte, damit der Aufsichtsrat durch dessen Arbeit tatsächlich effizienter wird.