Archiv der Kategorie: Allgemein

Konflikte zwischen Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat soll die Führungsetage kontrollieren und unterstützen, damit sie ihre Arbeit erfolgreich, also zum Wohl des Unternehmens, umsetzen kann. Dahinter steht natürlich auch das eigene Interesse, denn mindestens fünfzig Prozent der Aufsichtsratsmitglieder sind Anteilseigner, also die Inhaber der Firma. Wie sollten sie also damit umgehen, wenn Ihnen der Vorstand, dem sie die Firma anvertraut haben, nicht mehr passt?

Antike VW Busse

Bei Volkswagen sitzen Aufsichtsratschef und Vorstandsvorsitzender nicht mehr im selben Bus. Trotz der Konflikte konnte Vorstandschef Winterkorn ein gutes erstes Quartal vorweisen.

Dass der Vorstandschef vor die Tür gesetzt wird, passiert nicht gerade selten. Immer wieder werden Top-Manager gebeten zu gehen, wenn ihr Handeln schlechtes Licht auf das Unternehmen wirft, sie nicht die gewünschten Sparmaßnahmen durchsetzen können oder nach Veruntreuungsdelikten. Der Aufsichtsrat ist sich in solchen Fällen in der Regel einig und weiß was zu tun ist. Probleme und Unruhe für das Unternehmen bringen solche Führungswechsel trotzdem jedes Mal mit sich und nicht zuletzt teuer. Weiterlesen

Nicht nur Geschlecht, auch Alter sollte diskutiert werden

Seit Jahren wird darüber geredet, dass deutsche Aufsichtsräte mehr Frauen benötigen. Die meisten Gremien sind Herrenclubs. Altherrenclubs. Denn es fehlt nicht nur an Weiblichkeit sondern auch an Jugendlichkeit bei den Kontrolleuren.

Um gut arbeiten zu können und alle Kompetenzbereiche abzudecken, sollte ein Aufsichtsrat gut durchmischt sein. In großen Unternehmen sind nicht umsonst 20 Posten für die Unternehmenskontrolleure vorgesehen. Das bietet Raum sowohl für fachliche als auch für kulturelle Diversität. Aber die meisten Kontrollgremien sind weder in Bezug auf das Geschlecht noch auf die Nationalität ihrer Mitglieder besonders divers. Und auch nicht, was das Alter betrifft.

Alter bringt natürlich auch Erfahrung und Wissen mit sich, auf das kein Unternehmen verzichten sollte. Daher sollte eine Altersgrenze für Aufseher auf keinen Fall die Lösung sein. Weiterlesen

Politiker im Aufsichtsrat – gibt es richtig oder falsch?

Lassen sich politische Arbeit und die Überwachung eines Unternehmens vereinbaren? Vor allem in öffentlichen und teil-öffentlichen Unternehmen sind zahlreiche Politiker zu finden – etwa in Landesbanken, Flughafengesellschaften oder bei Volkswagen. Solche Ämterdoppelung birgt Interessenkonflikte und bringt nicht selten Probleme mit sich.

Leeres Bundestags-Plenum

Können Politiker gute Aufsichtsräte sein ?

Können Politiker gute Aufsichtsräte sein? Schaut man sich einige öffentliche Projekte an – der Flughafen BER ist nur eines davon – könnte man zu dem Schluss kommen: nein. Oft sind es die Politiker im jeweiligen Aufsichtsrat, die in die Kritik geraten, wenn es mal wieder schief geht. Möglicherweise zu recht. Hier zeigt sich ganz deutlich: Aufsichtsratarbeit macht man nicht nebenbei. Und häufig handelt es sich um mehr als ein Mandat, welches neben den politischen Pflichten ausgeübt wird. Weiterlesen

Aufsichtsrat in öffentlichen Projekten – wer ist geeignet?

Großprojekte im öffentlichen Sektor funktionieren etwas anders als in der Privatwirtschaft. Geldgeber, gegenüber denen man zur Rechenschaft verpflichtet ist, sind nicht nur die Aktionäre, sondern in der Regel alle Steuerzahler. Der Druck ist groß, die Bezahlung hingegen verschwindend gering. Wer ist in diesem Fall der ideale Kandidat für den Aufsichtsratsposten?

Elbphilharmonie in Hamburg (Baustelle)

Öffentliche Projekte scheitern ungewöhnlich oft. Ein Teil der Verantwortung dafür liegt beim Aufsichtsrat.

Die Anforderungen an die Geschäftsführung und deren Aufsichtsrat sind in einem Unternehmen der öffentlichen Hand ähnlich denen eines Großkonzerns. Häufig sind die Summen, mit denen in solchen Projekten hantiert wird, noch schwindelerregender als in privaten Unternehmen. Für das Gelingen eines solchen Projektes Verantwortung zu tragen, erfordert ein hohes Maß an Kompetenz, Erfahrung und Risikobereitschaft. Dem gegenüber steht eine Bezahlung, die um ein Vielfaches kleiner ist, als in einem DAX-Konzern. Für die Aufsichtsräte handelt es sich mehr um eine Aufwandsentschädigung. Weiterlesen

Vergütung und Verantwortung der Aufsichtsräte stark gestiegen

Paul Achleitner gehört zu den Spitzenverdinern unter den Chefkontrolleuren. (Bild: deutsche-bank.de)

Paul Achleitner gehört zu den Spitzenverdinern unter den Chefkontrolleuren. (Bild: deutsche-bank.de)

Die deutschen Aufseher konnten in den letzten zehn Jahren einen deutlichen Gehaltszuwachs verzeichnen. Etwa doppelt so viel wie noch vor 10 Jahren verdienten sie im Jahr 2013. Das liegt deutlich über der Inflation beziehungsweise einer „normalen“ Gehaltssteigerung. Grund dafür ist die steigende Verantwortung der Aufsichtsräte und die Ausweitung ihres Einflusses. Sie bringen sich immer stärker in die Konzernführung mit ein und stellen ihre Kompetenzen dem Vorstand zur Verfügung – anstatt diesen nur zu überwachen.

Die Anforderungen an einen guten Unternehmenskontrolleur steigen damit kontinuierlich, entsprechend auch seine beziehungsweise ihre Vergütung. Manfred Genz , der Vorsitzende der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hält die Trennung von Aufsichtsrat und Vorstand für „faktisch überholt“.

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Frauenanteil bei neubesetzten Führungspositionen nähert sich der 50%-Marke

EU-Kommissarin Viviane Reding kämpft seit langem für die Einführung einer Quote für Frauen. Ihr Ziel war es bis 2020 mindestens zu 40% Frauen in den Aufsichtsräten zu wissen. Doch diesen Vorsatz befürworten nur wenige Länder der EU. Bundesarbeitsministerin von der Leyen hat sich erst unlängst auf eine freiwillige 30%-Quote bis 2018 festgelegt.

Außerdem bekommt Redings Vorhaben durch eine bisher nicht publizierte Studie der Personalberatung Egon Zehnder International Gegenwind, die darauf schließen lässt, dass auch ohne gesetzliche Vorgabe die Geschlechterverteilung langsam ausgewogener wird. Dort heißt es nämlich: In Deutschland gingen derzeit fast 41% der zu besetzenden Führungspositionen an Frauen. Das sind sogar zehn Prozentpunkte mehr als im europäischen Durchschnitt. Spitzenreiter in Sachen Vorstands- und Aufsichtsratsposten an Frauen zu vergeben ist aktuell Frankreich mit 52,7%.

Zehn EU-Länder wehren sich in einem Brief an Manuel Barroso gegen Redings Vorschlag, der im Moment noch nicht einmal schriftlich vorliegt. Befürwortet wird von den Ländern eine natürliche Entwicklung und die sieht unter Berücksichtigung der derzeitigen Rekordeinstellung von Frauen in fünf Jahren derart aus, dass mindestens 25% der Führungsposten weiblich besetzt ist. Heutzutage sind es dann doch erst 12,8% in Deutschland und 15,6% in Europa.