Schlagwort-Archive: Aufsichtsratsvorsitz

BMW-Vorstandsvorsitzender soll Siemens-Aufsichtsrat verstärken

Bei Siemens ist in puncto Personal auf der Managementebene eigentlich immer etwas los. Die zwei ersten Frauen im Vorstand – Barbara Kux und Brigitte Ederer – mussten den Konzern nach relativ kurzer Zeit wieder verlassen. Im vergangenen Jahr musste ebenso der Vorstandschef Peter Löscher die Koffer packen und in diesem Zusammenhang war auch die weitere Zusammenarbeit mit Chefaufseher Gerhard Cromme in Gefahr.

Nun ist gerade ein bisschen Ruhe eingekehrt, da wird über eine teilweise Neubesetzung des Kontrollgremiums nachgedacht. Der 20köpfige Aufsichtsrat unter der Leitung von Gerhard Cromme soll im nächsten Jahr Verstärkung durch den BMW Vorstandsvorsitzenden Norbert Reithofer bekommen. Im Januar 2015 wird er sich auf der Siemens-Hauptversammlung in München zur Wahl stellen. Er wird auch als idealer Kandidat für die Nachfolge des ehemaligen ThyssenKrupp Managers Cromme angesehen. Das kommt für ihn aber bisher nicht in Frage. Eine mögliche Alternativkandidatin ist Nathalie von Siemens, Ururenkelin des Unternehmensgründers und Vorsitzende der Siemens-Stiftung. Weiterlesen

Wer verdient wieviel bei den Aufsichtsratsvorsitzenden

Wolfgang Büchele, der ehemalige BASF-Manager, ist seit Mai Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Merck. (Bild: merck.de)

Wolfgang Büchele, der ehemalige BASF-Manager, ist seit Mai Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Merck. (Bild: merck.de)

Es ist nicht überraschend, dass die Bezüge der deutschen DAX30-Aufsichtsratsvorsitzenden in diesem Jahr wieder leicht angestiegen sind – im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 4 Prozent. Auch dass der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch Topverdiener unter allen Chefkontrolleuren ist, war zu erwarten. Als erster hatte er es 2012 geschafft, die Millionengrenze zu überwinden. Für 2014 kann er sich über 1,2 Millionen Euro freuen. Im Vergleich dazu gehen gerade einmal 97.800 Euro an den Chefaufseher des Pharmakonzerns Merck. Wolfgang Büchele ist allerdings auch erst seit Mai 2014 Aufsichtsratschef von Merck.

Im europäischen Vergleich liegen die deutschen Kontrolleure mit ihren Bezügen gerade einmal knapp über dem Durchschnitt. Am besten werden die Chefkontrolleure in der Schweiz bezahlt mit durchschnittlich über einer Millionen Euro (Stand 2012) – gefolgt von Italien und Großbritannien. Weiterlesen

Aufsichtsratstreffen im Düsseldorfer Industrie-Club

Am vergangenen Mittwoch fand in Düsseldorf der 5. Deutsche Aufsichtsratstag statt. In dem 1912 gegründeten Industrie-Club trafen sich erfahrene Aufsichtsräte, Non-Executive Directors sowie Politik- und Wirtschaftsvertreter, um sich über die aktuellen Entwicklungen von Aufsichtsratsarbeit und Corporate Governance auszutauschen.

Peter H. Dehnen, Deutschen Aufsichtsratstag. (Bild: deutscher-aufsichtsratstag.de)

Peter H. Dehnen von der Agentur GermanBoardRoom ist Mitveranstalter des Deutschen Aufsichtsratstag. (Bild: deutscher-aufsichtsratstag.de)

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Die wichtigsten Aufsichtsräte 2013

Für die deutschen Aufsichtsräte und damit auch für die Unternehmen, war  vergangenes Jahr ein spannendes. Fast ein Drittel aller 250 Aufsichtsratsmandate die auf der Seite der Anteilseigner in den DAX30 Unternehmen bestehen, wurden neu besetzt. Hinzu kam die immer wieder aufflammende Diskussion um die Frauenquote für Aufsichtsräte. Wie jedes Jahr hat die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz auch 2013 eine Studie veröffentlicht, die untersucht, wer die wichtigsten Aufsichtsräte sind und wie sich die Vergütung der Aufsichtsräte entwickelt hat.

Ulrich Lehner rückt im Ranking der einflussreichsten Aufsichtsräte von Platz 5 2012 auf den Spitzenplatz, den er sich mit Werner Wenning teilt. (Bild: henkel.de)

Ulrich Lehner rückt im Ranking der einflussreichsten Aufsichtsräte von Platz 5 2012 auf den Spitzenplatz, den er sich mit Werner Wenning teilt. (Bild: henkel.de)

Ein Hauptaugenmerk der Studie liegt auf dem Ranking der einflussreichsten Aufsichtsräte in den DAX30 Unternehmen. Einfluss wird hierbei über die Anzahl der Mandate definiert; Vorsitz und Mitarbeit in wichtigen Ausschüssen, wie Prüfungs- oder Nominierungsausschuss, fallen zusätzlich ins Gewicht. Den ersten Platz der wichtigsten Aufsichtsräte teilen sich Ulrich Lehner und Werner Wenning. Beide haben neben dem Vorsitz von jeweils zwei Kontrollgremien ebenfalls den Vorsitz verschiedener Ausschüssen inne. Weiterlesen

Manfred Gentz: Eine europäische Regelung zur Corporate Governance wird es vorerst nicht geben

Der designierte Vorsitzende der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, Dr. Manfred Gentz, erklärt im Interview mit aufsichtsrat-welt.de, warum die Kommission auch in Zukunft wichtige Arbeit für die Corporate Governance in Deutschland leisten wird und warum die Managervergütung allein Entscheidung des Aufsichtsrates sein sollte.

Dr. Manfred Gentz ist Präsident der Internationalen Handelskammer Deutschland und Mitglied der Regierungskommission DCGK

Dr. Manfred Gentz ist Präsident der Internationalen Handelskammer Deutschland und Mitglied der Regierungskommission DCGK

BASF-Chef Kurt Bock hat kürzlich die Meinung vertreten, dass es an der Zeit sei, die Regierungskommission Corporate Governance aufzulösen. Wie sehen Sie das?

Manfred Gentz: Ich habe den Eindruck, dass die Kritik an der Corporate Governance Kommission, die in den vergangenen Jahren zum Teil sehr lebhaft und sehr breit gestreut gewesen ist, deutlich nachgelassen hat und die Akzeptanz der Arbeit der Kommission signifikant gestiegen ist. Ich denke, die Einstellung von Herrn Bock ist auch heute – jedenfalls bei den Dax-Unternehmen – eher eine Außenseitermeinung. Die überwiegende Zahl der Aufsichtsräte und Vorstände von Dax-Unternehmen sind der Meinung, die Corporate Governance Kommission sollte beibehalten werden. Was nicht heißt, dass man alles, was in der Vergangenheit gemacht worden ist, unverändert weiterführt, sondern es heißt nur, dass die Institution erhalten werden sollte.

Sie sehen die Kommission also als eine Dauerinstitution, die es auch in 20 Jahren noch gibt?

Manfred Gentz:  Ich will mich nicht auf Jahre festlegen. Solche Dinge verändern sich. Aber wir haben für die nächsten Jahre noch eine wichtige Funktion in Sachen Corporate Governance in Deutschland. Und ich denke wirklich in Deutschland, auch wenn wir immer wieder in europäischen Kategorien denken müssen. Europa spielt in Sachen Corporate Governance auch eine große Rolle. Aber so lange wir unterschiedliche Unternehmensstrukturen in den einzelnen europäischen Ländern haben, werden wir auch keine einheitliche Regelung von Corporate Governance in Europa haben.

Wird Ihnen nicht von Seiten der EU-Kommission viel aus den Händen genommen?

Manfred Gentz: Es gibt viele interessante Vorstöße von Seiten der EU-Kommission. Da wird auch viel gearbeitet, es gibt immer wieder neue Initiativen. Ich denke, wir müssen das auch von der deutschen Kommission und von der deutschen Öffentlichkeit her aufmerksam verfolgen. Ob es auf europäischer Ebene wirklich zu einer Verabschiedung eines Rahmenwerkes europäischer Corporate Governance kommt, muss man abwarten. Weiterlesen

Wer wird Chefaufseher des Berliner Chaosprojektes BER?

Noch immer unklar wann es losgeht. Nun braucht der BER einen neuen Chefaufseher.  (Quelle: Björn Rolle, Flughafen Berlin Brandenburg)

Noch immer ist unklar wann es losgeht. Nun braucht der BER einen neuen Chefaufseher. (Quelle: Björn Rolle, Flughafen Berlin Brandenburg)

Das Debakel um den Hauptstadtflughafen BER nimmt kein Ende. Mehr als ein Jahr nach der ursprünglich geplanten Fertigstellung ist immer noch keine Eröffnung in Sicht. Der Aufsichtsrat zieht daraus nun Konsequenzen und hat den im Januar beurlaubten Flughafenchef Rainer Schwarz fristlos entlassen. Gemeinsam mit dem früheren Technikchef Manfred Körtgen soll er auf Schadensersatz verklagt werden. Der Vorwurf: Sie haben den Aufsichtsrat nicht rechtzeitig darüber informiert, dass der geplante Eröffnungstermin – der 3. Juni letzten Jahres – unmöglich einzuhalten ist. Den Vorsitz der Geschäftsführung übernahm dann im März 2013 der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn.

Matthias Platzeck tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

Nicht nur in der Geschäftsführung, auch im Aufsichtsrat gibt man sich die Klinke die Hand. Ebenfalls im Januar dieses Jahres hatte sich Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg, an den Posten als Aufsichtsratschef des glücklosen Flughafenprojektes gewagt und damit den regierenden Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit abgelöst. Sein Ziel war es, so schnell wie möglich einen verlässlichen und erfolgreichen Fahrplan bis zur Flughafeneröffnung zu erarbeiten. „Dafür sind harte Entscheidungen und eine stärkere Kontrolle des Unternehmens durch den Aufsichtsrat nötig,“ bekundete er, dass er weiß, worauf er sich einlässt. Weiterlesen

Ackermann will nicht Chefaufseher bei Siemens werden

Entgegen allen Spekulationen und Gerüchten möchte der ehemalige Deutsche Bank Chef Josef Ackermann den Siemens Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme nicht beerben. Er wolle kein Königsmörder sein, war am Samstag im Handelsblatt zu lesen. Cromme und Ackermann sind seit 2003 Mitglieder des Aufsichtsrats der Siemens AG, Cromme in der Funktion des Vorsitzenden, Ackermann als dessen 2. Stellvertreter. Bis März dieses Jahres führte Cromme auch den Aufsichtsrat des Stahlkonzerns ThyssenKrupp an. Nachdem er zu Jahresbeginn jedoch stark in Kritik geraten war, erklärte er am 8. März seinen Rücktritt: „In Verantwortung für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Aktionäre möchte ich nach zwölf Jahren als Vorsitzender mit diesem Schritt auch im Aufsichtsrat einen personellen Neuanfang ermöglichen. Ich wünsche dem Unternehmen, dass es wie in der über 200jährigen Geschichte auch aus der derzeitigen Krise gestärkt hervorgeht.“

Grund für die Kritik an Cromme waren – neben Korruptionsvorwürfen und Luxusreisen auf Firmenkosten – Fehlinvestitionen, die dem Konzern Milliardenverluste bescherten. Zusätzlich hatte das Unternehmen mit einem Prozess wegen Kartellverstößen und Schadenersatzforderungen in dreistelliger Millionenhöhe zu kämpfen. Der Vertrauensverlust und Unmut traf daher nicht nur Chefaufseher Cromme. Sein Ausscheiden bei ThyssenKrupp zieht nun allerdings Spekulationen nach sich, er könne auch sein Amt im Kontrollgremium des Technologierkonzerns Siemens niederlegen. Ackermann, der als sein Nachfolger gehandelt wird, steht hinter dem promovierten Juristen und dementiert jegliche Gerüchte dieser Art. Ackermann ist neben seiner Funktion im Kontrollgremium von Siemens noch Präsident des Verwaltungsrats der Zurich Insurance Group AG. Vor einem Jahr trat er den Vorsitz der Deutschen Bank an Jürgen Fitschen und Anshu Jain ab. Da er nicht alle Aktionäre auf seiner Seite hatte, verzichtete er dort auf den Einzug in den Aufsichtsrat.