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Nun doch! Michael Müller ist Chef des BER Aufsichtsrates

Der Flughafen BER – schon lange kein Vorzeigeprojekt der Länder Berlin und Brandenburg mehr – hat einen neuen Aufsichtsratschef. Der amtierende Berliner Bürgermeister Michael Müller hat seinen Vorgänger Klaus Wowereit nicht nur im Roten Rathaus abgelöst, sondern auch als Chefaufseher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB).

Berlins amtierender Bürgermeister Michael Müller

Irgendjemand muss es machen: Berlins amtierender Bürgermeister Michael Müller übernimmt Chefaufseher-Posten beim Flughafen BER. (Bild: SPD / nicole-maskus.de)

Was Politiker für einen Posten als Aufsichtsrat qualifiziert, fragt man sich häufiger. Bei öffentlichen Unternehmen ist es allerdings etwas schwierig, geeignete Aufseher zu finden, die Branchenerfahrung mitbringen und Ahnung von Finanzen und Großprojekten haben. Denn die Aufwandsentschädigung als Aufsichtsrat etwa beim Großflughafen BER ist nicht zu vergleichen mit der Vergütung als Aufsehen beispielsweise einem DAX30 Unternehmen – auch nicht für den Chef. Spitzenpolitiker haben allerding in der Regel gar nicht die nötige Zeit zur Verfügung, sich in die relevanten Themen eines so umfassenden Projektes reinzuarbeiten, um die Geschäftsführung kompetent überwachen zu können. Und bei Michael Müller fragt man sich – ähnlich wie seiner Zeit bei Klaus Wowereit – welche Erfahrungen mit einem ähnlichen Projekt bringt er mit, die ihn auf diese Aufgabe vorbereitet haben.

Und der selbst scheint es auch zu ahnen, dass er vielleicht überfordert sein wird mit dem Posten. Noch im Februar hatte über den kompletten Rückzug aus dem Aufsichtsrat des BER nachgedacht – von der Übernahme des Chefpostens ganz zu schweigen. Nun konnte er sich dem Druck doch nicht widersetzen, denn angeblich findet sich niemand, der es machen möchte. Schaut man sich die ganze Pleite mit dem Flughafenprojekt an, fällt es auch gar nicht so schwer, das zu glauben.

Politiker im Aufsichtsrat – gibt es richtig oder falsch?

Lassen sich politische Arbeit und die Überwachung eines Unternehmens vereinbaren? Vor allem in öffentlichen und teil-öffentlichen Unternehmen sind zahlreiche Politiker zu finden – etwa in Landesbanken, Flughafengesellschaften oder bei Volkswagen. Solche Ämterdoppelung birgt Interessenkonflikte und bringt nicht selten Probleme mit sich.

Leeres Bundestags-Plenum

Können Politiker gute Aufsichtsräte sein ?

Können Politiker gute Aufsichtsräte sein? Schaut man sich einige öffentliche Projekte an – der Flughafen BER ist nur eines davon – könnte man zu dem Schluss kommen: nein. Oft sind es die Politiker im jeweiligen Aufsichtsrat, die in die Kritik geraten, wenn es mal wieder schief geht. Möglicherweise zu recht. Hier zeigt sich ganz deutlich: Aufsichtsratarbeit macht man nicht nebenbei. Und häufig handelt es sich um mehr als ein Mandat, welches neben den politischen Pflichten ausgeübt wird. Weiterlesen

Wer wird Chefaufseher des Berliner Chaosprojektes BER?

Noch immer unklar wann es losgeht. Nun braucht der BER einen neuen Chefaufseher.  (Quelle: Björn Rolle, Flughafen Berlin Brandenburg)

Noch immer ist unklar wann es losgeht. Nun braucht der BER einen neuen Chefaufseher. (Quelle: Björn Rolle, Flughafen Berlin Brandenburg)

Das Debakel um den Hauptstadtflughafen BER nimmt kein Ende. Mehr als ein Jahr nach der ursprünglich geplanten Fertigstellung ist immer noch keine Eröffnung in Sicht. Der Aufsichtsrat zieht daraus nun Konsequenzen und hat den im Januar beurlaubten Flughafenchef Rainer Schwarz fristlos entlassen. Gemeinsam mit dem früheren Technikchef Manfred Körtgen soll er auf Schadensersatz verklagt werden. Der Vorwurf: Sie haben den Aufsichtsrat nicht rechtzeitig darüber informiert, dass der geplante Eröffnungstermin – der 3. Juni letzten Jahres – unmöglich einzuhalten ist. Den Vorsitz der Geschäftsführung übernahm dann im März 2013 der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn.

Matthias Platzeck tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

Nicht nur in der Geschäftsführung, auch im Aufsichtsrat gibt man sich die Klinke die Hand. Ebenfalls im Januar dieses Jahres hatte sich Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg, an den Posten als Aufsichtsratschef des glücklosen Flughafenprojektes gewagt und damit den regierenden Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit abgelöst. Sein Ziel war es, so schnell wie möglich einen verlässlichen und erfolgreichen Fahrplan bis zur Flughafeneröffnung zu erarbeiten. „Dafür sind harte Entscheidungen und eine stärkere Kontrolle des Unternehmens durch den Aufsichtsrat nötig,“ bekundete er, dass er weiß, worauf er sich einlässt. Weiterlesen