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Aufsichtsräte werden weiblicher

Spätestens mit Beschluss der Frauenquote ab 2016 sind die Aufsichtsräte deutscher Großunternehmen auf der Suche nach weiblicher Unterstützung. Und nicht nur die DAX 30, die natürlich immer als erstes im Fokus der Öffentlichkeit stehen, sondern auch  – oder gerade – alle anderen ziehen gefühlt irgendwie mit. Immerhin durchschnittlich 17 Prozent aller Aufseher in Deutschland sind bereits Frauen. Von Vorständen spricht man in diesem Zusammenhang nach wie vor lieber nicht.

Erste Frau für Kontrollgremium der Volksbank Mönchengladbach

Die Bankenbranche gilt als eine der schwierigsten für Frauen, wenn es um Führungsposten geht. Obwohl weit mehr als die Hälfte der Angestellten weiblich sind, kommen nur wenige Frauen in den Top-Positionen an. Banken wie die KfW, die gleich zwei weibliche Vorstandsmitglieder haben, sind die absolute Seltenheit. Aber es geht voran, vor allem in den Aufsichtsräten werden immer häufiger vakante Posten mit Frauen besetzt. So hat die Volksbank Mönchengladbach zu Beginn der Woche auf der Vertreterversammlung erstmals mit Sabine Fischer eine Frau in Ihren Aufsichtsrat berufen.

Frauenpower für die FAZ

Auch die Medienbranche ist nicht gerade dafür bekannt, besonders viele Frauen in Führungspositionen zu haben. Weiterlesen

Beschlossene Sache: Ab 2016 mindestens 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten

Lange wurde diskutiert, abgewägt, verworfen und wieder neu aufgegriffen. Seit vergangener Woche ist es nun amtlich, dass ab 2016 alle neu zu besetzenden Aufsichtsratsposten mit mindestens 30 Prozent Frauen besetzen zu sind. Der Gesetzesentwurf von Bundesministerin Manuela Schwesig und dem Justizminister Heike Maas (beide SPD) konnte im Kabinett durchgesetzt werden.

Im Vergleich zu den Vorständen sind die Aufsichtsräte der betroffenen Unternehmen bereits ganz gut aufgestellt. Aber mit durchschnittlich etwa 17 Prozent Frauen von den geforderten 30 noch immer ein Stück entfernt. In die Pflicht genommen werden börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen – in Deutschland 108 an der Zahl. Alle anderen börsennotierten Firmen müssen selbstverpflichtende Angaben darüber machen, wie sie den Frauenanteil aktiv erhöhen möchten. Die Managementberatung Kienbaum errechnete bereits vor einem Jahr, dass zur Quotenerfüllung 99 zusätzliche Kandidatinnen für die Aufsichtsräte gesucht werden. Weiterlesen

DAX Aufsichtsräte vorbildlich

Die jüngste Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Bürgel gibt Aufschluss über die aktuelle Situation der Frauenanteile in Aufsichtsräten. Es zeigt sich: viele DAX-Unternehmen werden vermutlich keine großen Probleme haben der gesetzlichen Forderung von 30 Prozent nachzukommen.

Fast jedes vierte Mitglied von DAX Aufsichtsräten ist mittlerweile weiblich. Und immerhin jeder zehnte Aufsichtsrat wird mittlerweile von einer Frau geleitet. Insgesamt sieht es allerdings etwas schlechter aus: 17, 1 Prozent Frauenanteil können deutsche Aufsichtsräte aktuell vorweisen. Hierbei muss man natürlich noch die Verteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerseite berücksichtigen. Es ist kein Geheimnis das auf der Kapitalseite signifikant weniger Frauen zu finden sind, als bei den Arbeitnehmervertreterinnen. Weiterlesen

Die wichtigsten Aufsichtsräte 2013

Für die deutschen Aufsichtsräte und damit auch für die Unternehmen, war  vergangenes Jahr ein spannendes. Fast ein Drittel aller 250 Aufsichtsratsmandate die auf der Seite der Anteilseigner in den DAX30 Unternehmen bestehen, wurden neu besetzt. Hinzu kam die immer wieder aufflammende Diskussion um die Frauenquote für Aufsichtsräte. Wie jedes Jahr hat die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz auch 2013 eine Studie veröffentlicht, die untersucht, wer die wichtigsten Aufsichtsräte sind und wie sich die Vergütung der Aufsichtsräte entwickelt hat.

Ulrich Lehner rückt im Ranking der einflussreichsten Aufsichtsräte von Platz 5 2012 auf den Spitzenplatz, den er sich mit Werner Wenning teilt. (Bild: henkel.de)

Ulrich Lehner rückt im Ranking der einflussreichsten Aufsichtsräte von Platz 5 2012 auf den Spitzenplatz, den er sich mit Werner Wenning teilt. (Bild: henkel.de)

Ein Hauptaugenmerk der Studie liegt auf dem Ranking der einflussreichsten Aufsichtsräte in den DAX30 Unternehmen. Einfluss wird hierbei über die Anzahl der Mandate definiert; Vorsitz und Mitarbeit in wichtigen Ausschüssen, wie Prüfungs- oder Nominierungsausschuss, fallen zusätzlich ins Gewicht. Den ersten Platz der wichtigsten Aufsichtsräte teilen sich Ulrich Lehner und Werner Wenning. Beide haben neben dem Vorsitz von jeweils zwei Kontrollgremien ebenfalls den Vorsitz verschiedener Ausschüssen inne. Weiterlesen

Women-on-Board-Index – Ernüchterndes Ergebnis nach 12 Jahren

Frauen in die Aufsichtsräte – diese Forderung ist gleichzeitig der Name des 2006 gegründeten Vereins FidAR e.V., der sich für die nachhaltige Erhöhung des Frauenanteils in deutschen Aufsichtsräten einsetzt. Auch in diesem Jahr hat die Initiative wieder den Women-on-Board-Index (WoB-Index) herausgegeben, der als Grundlage dient, um die Entwicklung des Frauenanteils in den Führungspositionen deutscher DAX-Unternehmen zu beurteilen.

women on board, wob-index (Grafik)

Der Anteil weiblicher Aufsichtsräte ist noch immer deutlich unter 20 Prozent. Betrachtet man nur die Anteilseignerseite sieht es noch sehr viel schlechter aus. Quelle: FidAR, WoB-Index 2013

Alle 160 börsennotierten Unternehmen – DAX, MDAX, SDAX, TecDAX – wurden zum Thema Frauen in Spitzenpositionen, also Aufsichtsrat und Vorstand befragt. Das Ergebnis ist laut FidAR ernüchternd. Ganze 12 Jahre nach der Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft, ohne Druck und Gesetze einen größeren Frauenenteil zu erzielen, liegt der kumulierte Anteil weiblicher Führungskräfte noch immer bei nur 11, 1 Prozent. Ein Zuwachs von 4,6 Prozent in den letzten zwei Jahren, seit Einführung des WoB-Index, ist den Initiatoren zu wenig, die 20, 30 oder gar 40 Prozent noch in viel zu weiter Ferne. Weiterlesen

Regine Stachelhaus übernimmt Aufsichtsratsmandat bei Systemhaus Computacenter

Von ihrem Vorstandsposten beim Energiekonzern E.ON, den sie zum 30. Juni dieses Jahr aus persönlichen Gründen niedergelegt hat, ist Regine Stachelhaus nahtlos in den Aufsichtsrat des Systemhauses Computacenter gewechselt. Der IT-Dienstleister holt sich damit eine der erfolgreichsten deutschen Managerinnen in sein Kontrollgremium. Ein großes Plus: Sie bringt Branchen-Know-how mit. Der häufig aufflammenden Diskussion, dass deutsche Aufsichtsräte zu wenig Fachkompetenz mitbringen, ist damit schon mal vorgebeugt.

Man könnte es als eine Art Rückkehr in die IT-Branche bezeichnen. Denn bevor Regine Stachelhaus zu Unicef und dann zu E.ON wechselte, war sie viele Jahre bei Hewlett-Packard tätig. Das 1939 gegründete Unternehmen gehört zu den umsatzstärksten in der IT-Branche und war die erste Technologierfirma im Sillicon Valley. Nach 14 Jahren in einem solchen Unternehmen kann man ihr wohl umfassende Branchenkenntnis bestätigen. Und in ihrer Zeit als Deutschlandchefin von HP hat sie bereits eng mit Computacenter zusammengearbeitet. Sie kennt Deutschlands größtes Systemhaus also schon seit Langem. Bei E.ON war die studierte Juristin als Personalvorstand tätig, betreute aber auch die Bereiche Recht und Compliance, Konzerneinkauf, Immobilien-Management sowie IT und Beratung.

Als Regine Stachelhaus 2010 in den E.ON Vorstand einzog, war sie eine von 3 Frauen, die es bis dahin an die Spitze eines DAX 30 Konzerns geschafft hatte. Anfang dieses Jahres waren es immerhin schon 15. Sie selbst lehnt eine Frauen-Quote ab, da sie sie für kontraproduktiv hält. Sie favorisiert ein „organisches“ Vorgehen.

Gleichzeitig mit dem Einzug der neuen Aufsichtsrätin verlässt Computacenter-Chef Oliver Tuszik das Unternehmen und wechselt zu Cisco, einem der größten Lieferanten von Computercenter.

Hat sich die Corporate Governance Kommission überholt?

Im September 2001 wurde vom Bundesjustizministerium die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex ins Leben gerufen. Im Februar 2002 verabschiedete die Kommission den Deutschen Corporate Governance – Kodex, der seitdem ständig entwickelt und überarbeitet wurde. Er soll dabei helfen, die in Deutschland geltenden Regeln zur Unternehmensleitung und –überwachung für nationale und internationale Investoren transparent zu machen und regelt unter anderem die Aufgaben des Aufsichtsrates. „Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig zu beraten und zu überwachen. Er ist in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen einzubinden.“ heißt es in Absatz 5.1.1.

Der Vorsitzende der Kommission,. Klaus-Peter Müller, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank AG ist, kündigte für den Sommer seinen Rücktritt an. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger ist in vollem Gange, doch niemand findet sich. Vielleicht nicht zuletzt, weil an den Posten auch die Finanzierung geknüpft ist. Der Konzern aus dem der Vorsitzende stammt sorgt für die Kasse der Kommission, so hat es sich eingebürgert. Für den BASF-Chef Kurt Bock ist das Nachfolgeproblem ein geeigneter Zeitpunkt, die Kommission aufzulösen. “Der Abschied ist überfällig“, verrät er der FAZ seine Meinung zu diesem Thema. Als Grund nennt er unter anderem das Scheitern der Kommission in dem Vorhaben, die Politik von gesetzlichen Regelungen abzuhalten: „Im Zweifel wurde die Politik trotzdem aktiv, nutzte die Entwürfe der Kommission sogar als Steilvorlage.“

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, sieht das anders: „Die hohe Akzeptanz der Kodex-Empfehlungen in der Praxis ist ein Beleg für die erfolgreiche Arbeit der Regierungskommission“, sagt er. Bei den DAX30-Unternehmen werden die Kodex-Empfehlungen zu 96 Prozent befolgt. Grillo erinnert außerdem an das Grundprinzip des Kodex: „Zielsetzung des Kodex ist nicht, dass alle Unternehmen alle Kodex-Empfehlungen befolgen. Der Kodex ist keine Vorstufe gesetzlicher Regulierung, sondern sieht ausdrücklich vor, dass auch eine begründete Abweichung ein Ausdruck guter Corporate Governance sein kann.“

Was die Frauenquote angeht, ist die Kommission fast vorbildlich. Drei der zwölf Kommissionsmitglieder sind weiblich. Neben Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner wachen Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro und Daniela Weber-Rey über die Einhaltung der deutschen Regeln zur Unternehmensführung.