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Chancen für mehr Freiheit?

Vergangene Woche haben sich die Mitglieder der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex und ihre Berater zum 14. Mal getroffen, um über den Fortschritt guter Unternehmensführung in Deutschland zu debattieren. Unter dem Motto „Selbstregulierung oder Staatliche Vorgaben – Chancen für mehr Freiheit?“ stand vor allem der Thema Selbstregulierung im Fokus der Diskussionen. Der Kodex schreibt vor, wie die Unternehmen handeln sollen – die Umsetzung der Vorgaben ist jedoch flexibel und unterliegt der Entscheidung in den einzelnen Firmen.

Brandenburger Tor - Blick aus dem Allianz Forum Berlin

Die 14. Konferenz zum Deutschen Corporate Governance Kodex 2015 fand im Berliner Allianz Forum statt. Mit Blick aufs Brandenburger Tor wurde zum Thema Selbstregulierung der Wirtschaft diskutiert.

Selbstverantwortung statt strenger Vorgaben

Die Frage nach „Selbstregulierung oder Staatliche Vorgaben“ sei einfach zu beantworten, sagt Ben Tellings, Vorsitzender des Aufsichtsrats der ING-DiBa AG, gleich zu Beginn seiner Rede. Niemand wird sich seiner Meinung nach für mehr Staatliche Vorgaben aussprechen, daran mangelt es schließlich in Europa nicht. Wer allerdings weniger Eingriff durch den Staat möchte, muss dafür sorgen, dass dieser erst gar nicht nötig wird, erklärt Tellings im Anschluss. Verpflichtung zur Selbstregulierung könnte man es also nennen, was die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex den deutschen Unternehmen – zumindest denen, die sich daran halten müssen – vorgibt.

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Wer verdient wieviel bei den Aufsichtsratsvorsitzenden

Wolfgang Büchele, der ehemalige BASF-Manager, ist seit Mai Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Merck. (Bild: merck.de)

Wolfgang Büchele, der ehemalige BASF-Manager, ist seit Mai Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Merck. (Bild: merck.de)

Es ist nicht überraschend, dass die Bezüge der deutschen DAX30-Aufsichtsratsvorsitzenden in diesem Jahr wieder leicht angestiegen sind – im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 4 Prozent. Auch dass der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch Topverdiener unter allen Chefkontrolleuren ist, war zu erwarten. Als erster hatte er es 2012 geschafft, die Millionengrenze zu überwinden. Für 2014 kann er sich über 1,2 Millionen Euro freuen. Im Vergleich dazu gehen gerade einmal 97.800 Euro an den Chefaufseher des Pharmakonzerns Merck. Wolfgang Büchele ist allerdings auch erst seit Mai 2014 Aufsichtsratschef von Merck.

Im europäischen Vergleich liegen die deutschen Kontrolleure mit ihren Bezügen gerade einmal knapp über dem Durchschnitt. Am besten werden die Chefkontrolleure in der Schweiz bezahlt mit durchschnittlich über einer Millionen Euro (Stand 2012) – gefolgt von Italien und Großbritannien. Weiterlesen